Stress
Stress
verstehen und lernen, gut damit zu leben Seit
den 70-iger Jahren und bis heute zunehmend ist der Begriff „Stress“ in aller
Munde. Bis vor 3 oder 4 Jahren wurde man schräg angeschaut, wenn man keinen
Stress hatte, nicht termingeplagt war, Stress war sozusagen en vogue. In
den letzten Jahren verändert sich das langsam wieder. Zusammenhänge von Stress
mit vielerlei ernst zunehmenden Krankheiten sind wissenschaftlich nachgewiesen.
Der Stress wird langsam problematisiert, es gilt nicht mehr unbedingt als chic,
unter Stress zu stehen. Stress
ist ursprünglich ein Begriff aus der Materialprüfung, kommt aus dem Englischen
und heißt soviel wie Verbiegen, Verzerren, Verziehen unter Belastung. Hans
Selye hat sein biologisches Stress - Konzept 1936 erstmals formuliert. Seit 1950
ist der Begriff „Stress“ medizinisch gebräuchlich. Was
ist mit Stress gemeint? Gemeint
sind die Belastungen, denen Lebewesen ausgesetzt sind durch Gefahr, Schmerz, Lärm,
Gedränge, Anstrengung, Hetze, Frustration, Existenzangst und Vieles mehr. Bei
Stress werden also plötzlich erhöhte und besondere Anforderungen an den Körper
eines Menschen oder eines Säugetiers – das Antwortprinzip ist ganz
vergleichbar – gestellt und der Körper antwortet blitzschnell auf diese
Anforderungen. Über
viele Jahrtausende in der Entwicklung von Säugetieren ging es bei Stress um die
Wahrnehmung einer Gefahr und die blitzschnelle, evtl. lebensrettende Reaktion
auf diese Gefahr im Sinne von Kampf
oder Flucht.
Dafür
stellt der Körper blitzschnell große Energiemengen zur Verfügung. Das
ganze System wird darauf ausgerichtet, zu kämpfen oder zu fliehen. Konkret heißt
das, Erhöhung von Blutdruck, Puls, Atemfrequenz und Muskeltonus, Erhöhung des
Blutzuckerspiegels, Mobilisierung von Fettreserven, partielle Blockierung des
Großhirns, weil alles Denken und Abwägen nur Zeitverlust wäre (bis hin zum
Black out in Prüfungen). Über die Wahrnehmung eines Reizes, die Bewertung des Reizes im Zwischenhirn (Hypothalamus) als Gefahr, die Erregung des Sympathikusnerven, die Ausschüttung von Adrenalin und Noradrenalin aus dem Nebennierenmark werden alle Kräfte mobilisiert für Flucht oder Kampf.
Es sind in dieser Situation Leistungen möglich, die im
Ruhezustand unmöglich sind: Zugleich
werden über Botenstoffe der Hirnanhangdrüse und Ausschüttung von
Hydrocortison aus der Nebenniere alle aktuell nicht erforderlichen Funktionen
gedämpft, so die Sexualfunktion, die Immunabwehr, die Blutversorgung der
inneren Organe. Rote Blutkörperchen überschwemmen die Arterien, um mehr
Sauerstoff bringen zu können, das Blut wird dicker, die Gerinnungsfaktoren
steigen an, um bei Verletzungen die Verblutungsgefahr zu reduzieren (damit erhöht
sich die Thrombosegefahr). Während
in früheren Zeiten extreme Stress - Situationen, die Lebensgefahr bedeuteten,
gefolgt waren von langen Entspannungszeiten, wenn die Gefahr überlebt und
vorbei war, leiden wir heute unter vielen bekannten Stressoren, die einen
gewissen Stress verursachen, z.B. Lärm, viele Menschen, Hektik, Zeitdruck,
Existenzängste, optischer Stress, Konfliktsituationen. Problematisch wird
es dann, wenn die Erholungsphasen zu kurz werden, um die aufgebaute
Spannung zu reduzieren und die körperlichen und seelischen Funktionen nicht
mehr zur Ruhe kommen. Dieser
Dauer - Stress kann Symptome machen, z.B. Kopfschmerzen, Ängste,
Bluthochdruck,
Magengeschwüre, Depressionen, Infektionen, Schmerzen des Bewegungsapparates,
Diabetes. Das
Problem des modernen Menschen im Umgang mit Stress ist zum einen die mangelnde
Erholung des Systems, zum anderen fehlende Abbaumöglichkeiten der für Kampf
oder Flucht bereit gestellten körperlichen Energien in Form von Fettsäuren und
Zucker. Was ist nun hilfreich im Umgang mit Stress?
Das
Fundament – die Grundhaltung von Kompetenz und Verantwortlichkeit Die
innere Haltung dem Leben und der eigenen Person gegenüber ist ganz
entscheidend. Ein erfolgreiches Stress - Management braucht eine innere Haltung
von
Zu
einer solchen inneren Grundhaltung zu kommen, gelingt uns im Leben mal mehr, mal
weniger und kann ein Stück weit hier in psychotherapeutischer Begleitung
erarbeitet werden. Die 3
Säulen
1.
Ernährung
Ganz
wichtig:
Wasser Der
Mensch besteht zu 70 % aus Wasser, alle Funktionen im Organismus und besonders
auch im Gehirn brauchen Wasser als Grundlage, also trinken Sie reichlich gutes,
frisches, klares Wasser, am besten ohne Kohlensäure. Manche Menschen haben
verlernt, ihren Durst zu erkennen und verkennen ihn als Hunger, also erstmal
zwei Glas Wasser trinken, dann 10 Minuten warten, vielleicht war es ja Durst und
nicht Hunger, der müde, unkonzentriert und gereizt gemacht hat.
6
Tipps zu guten Ernährung :
1. Essen Sie viel Obst, Gemüse
und Vollkornprodukte 2.
Bewegung Empfehlenswert
ist maßvolle Bewegung im Bereich der Sauerstoffsättigung und regelmäßige
Bewegung. Männer,
die täglich 3 km gehen, reduzieren ihr Risiko eines frühzeitigen Todes um die
Hälfte und das Risiko, an Krebs zu sterben um zwei Drittel. Hätten
Pharmafirmen Medikamente mit solcher Wirkkraft, wären die Zeitungen und andere
Medien voll davon!
Körperliches
Training :
▲ Hebt die Laune
3.
Entspannung Entspannung geht immer nur in diesem Augenblick im Hier und Jetzt. Was hilft uns, in die Gegenwart zu kommen, ins Hier und Jetzt zu kommen? Unsere Sinne! Wenn Sie sich entspannen wollen, machen Sie sich einen Moment lang klar: „Was fühle ich gerade in diesem Moment, was sehe ich, was rieche ich, was schmecke ich, was höre ich“. Nehmen Sie mit allen Sinnen einen Moment lang bewusst die Gegenwart wahr. Wir leben immer nur im „Jetzt“. Eine weitere zusätzliche Hilfe in die Gegenwart zu kommen und sich entspannen zu können, ist, die Aufmerksamkeit auf Ihren Atem zu lenken. Atmen Sie ein bisschen tiefer als gewohnt ein und atmen Sie lange und bewusst aus. Achten Sie darauf, dass Ihre Bauchdecke sich beim Einatmen sanft hebt und beim Ausatmen senkt.
Denken Sie an etwas Schönes, lenken Sie Ihre
Aufmerksamkeit für diesen kleinen Moment auf eine angenehme phantasievolle
Erinnerung. Das geht besonders gut, wenn Sie es immer wieder üben und diese
gute Vorstellung z.B. von einem schönen Ort, den sie aus der Realität kennen
oder in Ihrer Phantasie erschaffen, an eine kleine körperliche Geste
ankern
(z.B. Daumen, Zeigefinger und Mittelfinger einer Hand berühren sich sanft an
den Fingerkuppen). Wenn Sie diese geankerte Vorstellung über mindestens 3
Monate regelmäßig täglich eingeübt haben, können Sie auch in
angespannten Situationen über das Ausführen der kleinen Geste eine körperliche
Entspannungsreaktion bewirken und Ihr Inneres Bild abrufen. Bei uns in der
Klinik können Sie diese und viele andere Entspannungstechniken systematisch üben
und lernen, so, wie es für Sie individuell am besten passt. Was
auch immer als Selbsthilfe sinnvoll ist: Lächeln, die Motorik des Lächelns
bewirkt eine stimmungsaufhellende Reaktion im Gehirn, auch, wenn es Ihnen gar
nicht nach Lächeln zumute ist. Muskeln dehnen, sich recken und strecken. Zum
Ausgleich der Gehirnhälften (Brain balancing) eine liegende Acht malen
(Unendlichkeitszeichen). Beginnen Sie nach links oben und bewegen Ihren Stift
auf dem Papier oder Ihre Augen oder Ihren Fuß oder Ihre Hand im Sinne einer
liegenden Acht. Mittelfristig
entspannungsfördernd sind
gute Gespräche mit Freunden, ausreichender Schlaf, guter Sex, Humor, Freude und
Liebe. Wenn Sie sich mit den Themen Stress und Stressmanagement, Entspannungsförderung, Burn-out – Prophylaxe befassen wollen oder intensiver Fragen zu unserem Konzept haben, bitte melden Sie sich. Mit den besten Wünschen für Ihre Gesundheit Ihre
Tilla Fischer
Zur Klärung weiterer medizinischer Fragen und Behandlungs- bzw. Therapiemöglichkeiten steht Ihnen unsere Chefärztin im persönlichen Gespräch gerne zur Verfügung. Bitte vereinbaren Sie zuvor einen Termin in unserer Privatambulanz.
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